Ukraine: Russischer Raketenbestand extrem geschrumpft


Russlands Raketenarsenal leert sich nach ukrainischen Angaben. Von den Kalibr-Modellen seien nur noch zwölf Prozent übrig.Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow sieht das Raketenarsenal der russischen Streitkräfte dramatisch geschrumpft. Vor Kriegsbeginn habe Russland unter anderem 500 Kalibr-Raketen im Bestand gehabt, seit dem 24. Februar 2022 seien außerdem 150 weitere produziert worden. Von diesen insgesamt 650 solcher Raketen seien inzwischen nur noch 59 Stück übrig, so die von dem Minister veröffentlichte Statistik. Damit habe sich der Bestand auf zwölf Prozent reduziert.Auch bei den Iskander-Kurzstreckenraketen gingen laut Resnikow die Vorräte zur Neige: Zu Kriegsbeginn habe Russland über 900 Raketen verfügt, jetzt seien noch 144 vorhanden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, Resnikow gab keine Quelle für seine Berechnungen an.Der Verteidigungsminister beschrieb aber eine Formel für die Lage der russischen Streitkräfte: “Die Raketenmacht der ‘zweiten Armee der Welt’ ist umgekehrt proportional zur Schwere der Einhaltung der Sanktionen, multipliziert mit der Macht der ukrainischen Luftverteidigung”, teilte Resnikow auf Twitter mit.

Noch Tausende S-300 Raketen im Bestand

Auch bei den Drohnen leeren sich nach ukrainischen Informationen die Bestände. Von den iranischen Shahed-Kampfdrohnen seien nur noch zwölf Prozent vorhanden. Allerdings berichtete die ukrainische Nachrichtenplattform Ukrinform unlängst, dass laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens 250 neue Drohnen aus Teheran geliefert wurden. Mit taktischen Raketen wie den S-300 kann Moskau laut Resnikow noch weiter angreifen: Derzeit habe Russland 7.310 dieser Waffen. Sie können bis zu 150 Kilometer weit fliegen. Bei den Berechnungen wurde auch berücksichtigt, dass in den vergangenen Monaten Raketen neu produziert wurden.Da Russland keine offiziellen Angaben über den Bestand an Waffen macht, können Beobachter nur mutmaßen. So sagte Eliot Cohen, Vorsitzender für Strategie am überparteilichen Zentrum für strategische und internationale Studien in Washington über die Versorgungslage der russischen Armee dem “Wall Street Journal”: “Ihnen geht alles aus”. Hinweise auf mögliche Versorgungsprobleme zeigen sich auch in der Verwendung der Raketen: So seien Anti-Schiffsraketen und die Luftabwehrraketen S-300 offenbar auch gegen Bodenziele eingesetzt worden, schrieb die Zeitung.Loading…EmbedMilitäranalysten des Royal United Services Institute, einer Londoner Denkfabrik für Verteidigung und Sicherheit, vermuteten im November – basierend auf Schätzungen aus der Ukraine – dass Russland wahrscheinlich die Hälfte seines Bestands an ballistischen Iskander-Raketen aufgebraucht hat und dass seine verbleibenden Vorräte an Kalibr-Marschflugkörpern sehr knapp werden. Anfang Dezember hatten auch amerikanische Geheimdienste von schwindenden Vorräten gesprochen: “Russische Streitkräfte in der Ukraine verbrennen Munition schneller, als die Verteidigungsindustrie des Landes sie ersetzen kann”, sagte Avril Haines, Direktorin der US-Geheimdienste, dem US-Sender NBC News.

Leave a Comment